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Deutsch Perfekt

Autor: Henning Skibbe / Kategorie: Bureau / 1. Juli 2016

IMG_9874Magazin Deutsch Perfekt, Editorial Design Magazin Deutsch Perfekt, Editorial Design

Der Münchner Spotlight Verlag gibt seit vielen Jahren erfolgreich Magazine zum Sprachenlernen heraus. Mit »Deutsch Perfekt« hat ErlerSkibbeTönsmann das erste Heft überarbeitet. Als Leitplanken für die Neugestaltung dienten die Begriffe Identität und Handwerk. Und für beides spielt insbesondere Typografie eine herausragende Rolle.

Alle zur Verfügung stehenden typografischen Mittel werden genutzt, um den Lernenden optimal zu unterstützen. Die Lesbarkeit der Schriften ist bis ins Detail (Zeilen- Wort- und Buchstabenabstand und unterschiedliche Schriftgrößen) austariert. Der mikrotypografische Informationsbaukasten in Verbindung mit der klaren, in Teilen formularhaften, gut bedienbaren Gestaltung unterstützt den Lernenden optimal beim Lernen.

CreativeMornings Hamburg

Autor: Henning Skibbe / Kategorie: Allgemein / 6. Juni 2016

Seit April veranstalten wir die CreativeMornings in Hamburg. Die Vorträge werden großzügigerweise von Urs Mader und Simon Wahlers (mfg.do) gefilmt und geschnitten und sind dann auf dem CreativeMornings-Portal zu sehen. Gerade hat Urs den Vortrag vom 27.05. online gehoben. Matthias Günther war unser Gast und sprach über »Realität«. Er ist Dramaturg am Thalia Theater und sprach darüber was Realität mit Bühne und Schauspiel zu tun haben.

Schon im April sprach der Weltumsegler Boris Herrmann über »Risiko«.

Am 17. Juni kommt Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen zu uns und spricht über das Thema »Broken«.

Lo’s Hawara

Autor: Johannes Erler / Kategorie: Allgemein / 2. Juni 2016

Erlerskibbetönsmann, Johannes Erler, Henning Skibbe, designxport, Hamburg, Ausstellung, Lo Breier, Hawara, Babette Peters, Hafen
Lo Breier ist einer der wichgtigsten deutschen Art Direktoren der letzten 30 Jahre. Der Hamburger designxport hat Lo nun eine sehr charmante Ausstellung gewidmet: Lo’s Hawara. Hawara ist ein österreichischer Begriff für Kumpel. Lo ist Österreicher. Und seine Hawara der letzten 30 Jahre hat Lo in dieser Ausstellung versammelt. Auf Plakaten zeigen diese Kumpel (und natürlich auch die Kumpeline), was sie mit Lo verbindet – und wer Lo also ist. Das ist interessant, kurzweilig und ziemlich clever, weil Lo auf diese Weise nicht zeigen muss, was für tolle Sachen er gemacht hat. Das machen die anderen.

Unter anderem auch ich. Denn bei Lo habe ich meine berufliche Laufbahn gestartet, 1990, erst als Praktikant und später als freier Mitarbeiter. Ich verdanke Lo ganz viel und bin bis heute mit ihm in Kontakt.

Da ich aber nicht nur ein Bild zeigen, sondern etwas mehr über Lo und mich erzählen wollte, habe ich eine kurze Anekdote aus unserer gemeinsamen Zeit aufgeschrieben. Die Geschichte spielt in London und neben Lo sind auch noch Neville Brody, diverse Supergirls und Superboys, prügelnde Türsteher, besoffene Clubbesucher und Neneh Cherry beteiligt.

Die Geschichte ist in einem kleinen Heft abgedruckt und wer möchte, kann dieses Heft bei mir bestellen. Ansonsten steht die Geschichte jetzt hier unter dem UFA-Logo, um das es damals nämlich unter anderem auch noch ging.

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London 1991

Vorbemerkung:
1991 studierte ich Kommunikationsdesign und arbeitete gleichzeitig im Büro BreierTietgens. Eines Tages kam ein neuer Job rein. Es ging um das Erscheinungsbild für die UFA-Mediengruppe. Der Job war ein Gemeinschaftsauftrag für Lo und Neville Brody. Es wurde beschlossen, in beiden Büros Entwürfe zu machen und dann zusammenzulegen. Aus den Entwürfen des Hamburger Teams wurde meiner ausgewählt. Was danach geschah, steht hier.

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»Du fährst zu Neville!«, sagt Lo zu mir.
»Coooool!«, sagt Kai.
»Ach wie toll!«, sagt Ayka.
Hanno grinst und dreht Haare hinterm Ohr. Simone schreibt gleich Listen, was ich mitbringen soll. Shortbread und so. Ich sage erstmal gar nichts, finde aber alles super. Ich fahre nach London. Zum ersten Mal in meinem Leben. Mit 26. Das muss man sich mal vorstellen.

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Wenige Tage später stehe ich um 9 p.m. vor einer schweren Eisentür im East End. Ein Typ macht auf. Das Büro ist noch voll. Alle da, Neville, Fwa, auch Lo. Reden durcheinander und ich krieg nichts mit. Bin voll aufgeregt.
»Wo schläft er denn eigentlich?«, fragt Neville.
Lo zuckt mit den Schultern und macht das Lo-Gesicht. Das Lo-Gesicht ist das Gesicht, das ausdrückt:
»Ich weiß zwar noch nicht wie, aber das wird schon!«
Ich mag das Lo-Gesicht!

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Am nächsten Tag.
»Das ist gut!«, sagt Neville.
Echt jetzt? Mein Entwurf? Das ist ja alles kaum zu glauben: Eben war ich noch ein winziger Designwurm und jetzt bin ich hier bei IHM. Bei GOTT! Und ER findet MEINEN Entwurf gut! Neville zuppelt noch fix ein bisschen rum, hier paar Striche, da die Typo, rasend schnell in FreeHand und *schwups* – schon fertig.

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Und nun? Ist Donnerstag und ich fahre erst Samstag. Lo ist schon weg. Mal fragen, was die Kollegen heute Abend so machen.
»Muss zum Sport.«
»Bin eingeladen.«
»Muss nach Hause.«
Selten in meinem Leben habe ich mich so uncool gefühlt.
»Du musst ins Subterrania!«, sagt Giles noch.
»Kommst du aber nicht allein rein, brauchst du Begleitung. Musst du vorher in den Pub an der Ecke, was klar machen. Good Luck! Bye!«
Supernett hier alle.

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Um 11 p.m. hocke ich mit vier Pint intus an der Bar vom Anchor und bin zu allem bereit. Da drüben am Tisch sitzen drei Supergirls, da geh ich jetzt mal hin.
»Hallöchen, ich bin der Johannes. Nehmt ihr mich mit ins Subterrania?«
»Hihihi«, machen die Supergirls.
»Hohoho«, machen die Superboys, die neben den Supergirls sitzen.
Mist, die hatte ich gar nicht gesehen. Geht aber klar. Hihihoho. Was ich denn so mache in London?
»Ich bin Designer und arbeite bei … NEVILLE BRODY!«
»Neville who?«
Okay, funzt nicht. Egal, geht los.

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Monsterschlange vorm Club. Aber Fußball ist ja immer ein Thema. Eine Stunde später sind wir fast drin. Da stehen jetzt nur noch diese zwei Typen. Der eine ist sehr klein, sehr breit und sehr tief. Sieht aus wie ein Würfel. Der andere sieht aus wie Shaft. Würfel und Shaft gucken sehr böse. Zufällig bin ich gerade ganz vorn.
»Wie viele?«, fragt mich der Würfel.
»Sieben!«, sage ich und mache mein lustiges Gesicht.
»Zu viele!«, sagt Shaft. »Ihr kommt hier nicht rein. Next.«
»Maximal drei auf einmal. Hätten wir dir sagen sollen«, sagt ein Supergirl.
Macht nichts. Wir stellen uns noch mal an.

/
Noch eine Stunde später stehen wir wieder vor Shaft und dem Würfel. Ich tue diesmal so, als wenn ich gar nicht da bin, aber Shaft entdeckt mich.
»Hey Bubi! Nicht kapiert? Ihr! Kommt hier! Nicht! Rein! Next.«
Kacke. Und ich bin schuld. Die Supergirls und Superboys ziehen ab.
Ich glotze noch ein bisschen. Ganz schön kalt hier.

/
Moment mal! Das ist doch… NENEH CHERRY!! Dahinten am Nebeneingang
mit ein paar Leuten! Vielleicht nimmt die mich ja mit rein!
»Hi Neneh, ich bin Johannes! Kann ich mitkommen?«
»Klar! Das ist übrigens Eagle-Eye. Wie geht’s denn so?«
»Alles cool! Ich arbeite gerade bei … NEVILLE BRODY!«
»Echt? Supercool! Komm, wir trinken was und tanzen bisschen ab!«
Ein Mann tippt mir auf die Schulter.
»Alles klar bei dir?«
Mist, ich habe Selbstgespräche geführt. Passiert immer, wenn ich aufgeregt bin. Neneh ist verschwunden.

/
Da kommt ein Typ auf einem Fahrrad in Schlangenlinien. Vor dem Club fängt er an zu brüllen.
»EY! DU ARSCHLOCH! DU HAST MICH NICHT REINGELASSEN!!!«
Der meint den Würfel. Der ist auch weggeschickt worden. So wie ich!
»EY! ARSCHLOCH! JA, DU! KOMM HER!«
Der Würfel wird nervös, das sieht man. Shaft versucht, ihn zu beruhigen.
»EY! PISSER! KOMM HER! DU TRAUST DICH JA NICHT!«
Der Würfel kocht. Jetzt kommt er rüber. Schupst den Typ vom Rad. Mann, ist der Typ blau. Der Würfel tänzelt ein paar mal um den Typen rum. Der Typ weiß gar nicht, wo er ist. Dann tritt der Würfel zu. Einmal auf die Knie und der Typ bricht zusammen. Dann in den Bauch. Und noch mal und noch mal. Der Typ winselt. Der Würfel tritt noch mal zu und spuckt auf den Typen. Dann geht er zurück zu Shaft. Ich geh dann jetzt mal schlafen.

/
Am nächsten Tag habe ich Schnupfen.
»Wie war’s?«, fragt Giles und grinst.
Ich finde London super!

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Dieser Text enstand im Mai 2016 anlässlich der Ausstellung »LO’S HAWARA – Lo Breiers visuelle Freunde seit 1985« im Designxport in Hamburg. Ich lernte Lo 1989 kennen. Er war Art Director von TEMPO und ich Designstudent an der Muthesiusschule in Kiel. Dorthin lud ich Lo gemeinsam mit Walter Schönauer zu einem Vortrag ein. Ein paar Monate später suchte ich einen Job und stellte mich im Büro BreierTietgens vor, das Lo mittlerweile gegründet hatte. Dort, in der Deichstraße, wurde ich zunächst Praktikant und durfte danach bleiben – für mich als Student ein Traum, nicht nur wegen der Zusammenarbeit mit Neville Brody. Ich arbeitete bei Lo bis zu meinem Diplom 1992, ging dann für einige Monate nach Berlin und gründete anschließend mein erstes eigenes Büro.

Ich habe von Lo unendlich viel gelernt und bewundere ihn bis heute. Lo hat mir beigebracht, groß zu denken und gerade zu schneiden. Vor allem aber hat er mir gezeigt, wie man selbst in schwierigsten Situationen die Contenance bewahrt. Dafür bin ich ihm ewig dankbar.

c2016, Johannes Erler

Kurz und knackig

Autor: Johannes Erler / Kategorie: Allgemein / 31. Mai 2016

Das Düsseldorfer Schauspielhaus bekommt einen neuen Intendanten, einen neuen Auftritt – und einen neuen Namen! Auf der Pressekonferenz, die vor drei Wochen stattfand, verkündete der zukünftige Intendant Wilfried Schulz, der die Bühne ab der Spielzeit 2016/17 übernehmen wird, dass das ziemlich lange »Düsseldorfer Schauspielhaus« zukünftig nur noch in der Unterzeile auftauchen und als Logo und Rufname »D’haus« verwendet werden wird. Auch die URL lautet in Zukunft www.dhaus.de

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Der zukünftige D’haus-Chefdramaturg Robert Koall: »Wir glauben an das Theater als Ort. Nicht nur an einen geografischen Ort, sondern auch als einen Spielort und Denkort. Das Düsseldorfer Schauspielhaus steht in der Mitte der Stadt. Nach unserem Selbstverständnis sollte es auch im Mittelpunkt des Nachdenkes der Stadtgesellschaft stehen. Orte des gemeinsamen öffentlichen Nachdenkens werden rarer. Die Städte sind einem Wandel unterworfen. Der geteilte öffentliche Raum, die Bürgerplätze werden planerisch immer weniger berücksichtigt. Die Innenstädte beleben und entleben sich im Rhythmus der Laden- und Büroöffnungszeiten. Theater ist dagegen ein Ort der Begegnung, der Anwesenheit. Dazu hat es ein Haus. Das Haus ist die künstlerische Heimat. Hier lebt das Theater, hier steht die Bühne und hier ist der Saal, aus dem das Theater sein Echo empfängt. Im Theaterhaus treffen sich Alltag und Abenteuer. Den Namen »Düsseldorfer Schauspielhaus« ziehen wir daher zusammen zu einer namentlichen und inhaltlichen Essenz: »D’haus«. Weil wir denken, dass die Gesellschaft dringend eines Raumes bedarf, der sich als abendliche Anlaufstelle für gemeinsames Nachdenken anbietet. Weil wir die selbstverständliche Anwesenheit von Kunsträumen im städtischen Alltag für wichtig erachten. Weil wir an das Theater als Ort glauben. An das Theater-Haus.«

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Das D’haus-Erscheinungsbild leitet sich aus der Großzügigkeit und Flächigkeit des Logos ab. Das große Format des Spielzeitheftes als A3-Zeitung, die Verwendung plakativer Begriffe, der Einsatz farbiger Flächen und die einfache, den Inhalten folgende Typografie verdeutlichen dies. Nicht Design steht im Vordergrund, sondern Text und Gedanke.

Trotzdem ist das Erscheinungsbild nicht starr. Die vielen Farben, vor allem aber die Fotografie von Thomas Rabsch und die Illustration von Katharina Gschwendtner sorgen für Abwechslung und überraschen.

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Das Spielzeitheft, das nun also als Vorbote der neuen Intendanz erschienen ist, ist natürlich nur der erste Schritt, den wir gemeinsam mit den Neu-Düsseldorfern machen. Vieles wird folgen und darauf freuen wir uns.

Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit an Wilfried Schulz, Robert Koall und natürlich an Martina Aschmies, die als Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit seit vielen Jahren erst in Dresden und zukünftig in Düsseldorf unsere tolle Partnerin ist und sein wird.

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Reihe 5: Verführung

Autor: Johannes Erler / Kategorie: Bureau / 27. Mai 2016

Das neue Heft ist da! Reihe 5, das Magazin für die Staatstheater Stuttgart, das wir gemeinsam mit Ralf Grauel machen, geht mit dem Titelthema »Verführung« in die vierte Runde.
Im Heft: die Schule der Verführung! Wir beantworten die Frage, wie das eigentlich funktioniert mit der Verführung und stellen ihre vielen Facetten vor und was das alles mit Theater zu tun hat.
Und auf dem Titel: ein echtes Supermodel!
Gestern war ich gemeinsam mit Ralf in Stuttgart, um für die fünfte Ausgabe zu recherchieren. Wir freuen uns jetzt schon drauf!

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