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SÜPERGRÜP auf der TypoBerlin 2016

Autor: Johannes Erler / Kategorie: Allgemein / 22. Mai 2016

Seit vergangener Woche ist SÜPERGRÜP, mein gemeinsames Designprojekt mit Mirko Borsche, Lars Harmsen, Sarah Illenberger, Eike König, Mario Lombardo und Erik Spiekermann, offiziell eröffnet. SÜPERGRÜP ist nicht etwa ein neues Designbüro, sondern ein Kollektiv für gemeinsame Projekte zwischen Design und Kunst. Eine Plattform für unabhängige Projekte und Produkte.

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Die Website süpergrüp.com ist online, allerdings momentan noch ziemlich rudimentär. Trotzdem steht da auch schon, was wir sind und vorhaben.

Ein ausführliches Interview zu den Absichten und Zielen von SÜPERGRÜP erschien bereits in der PAGE.

Auf der diesjährigen TypoBerlin, der SÜPERGRÜP auch das Konferenz-Motto »Beyond Design« lieh, kuratierten wir einen kompletten Konferenztag unter dem Motto »Strictly no Design«. Denn auch das ist SÜPERGRÜP: die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen, interdisziplinär zu arbeiten, gesellschaftspolitisch zu denken. Diesen Tag zu planen und zu moderieren hat irre viel Spaß gemacht.

Zu jedem Vortrag gibt es auf dem TypoBlog einen Text.
Hier zu meinem Gespräch mit M.Bassy.
Hier zum Vortrag von CUCULA, den Lars organisierte.
Hier zu meinem Gespräch mit Nils Frahm.
Hier zu meinem Gespräch mit Robert Koall
Hier zum Vortrag von Beautypunch, den Mario organisierte.
Hier zu Sarahs Talk mit Ruby Barber.

Den schönsten Text bekam ich dann vor ein paar Tagen zugespielt: die Designjournalistin Madeleine Morley schrieb für die Designorganisation AIGA über die Typo und das Motto »Beyond Design«. Und genau so, wie Morley die Typo beschreibt, hatte SÜPERGRÜP es sich ausgedacht. Wie toll, dass es scheinbar perfekt funktioniert hat.

Es lohnt sich, diesen Text zu lesen (ein paar Abbildungen und Links sind auch dabei). Und hier also der Link.

Schönheit für den Augenblick

Autor: Christian Tönsmann / Kategorie: Post aus München / 26. April 2016

Jippie! Beim ADC 2016 wurde die Robert-Frank-Sonderausgabe Schönheit für den Augenblick mit Gold (Kategorie Katalog/Broschüre) und Silber (Kategorie Ausgabe/Zeitung) ausgezeichnet. Zudem wurde Langstrecke mit Silber (Kategorie Magazin/Jahrgang) ausgezeichnet. Für die Illustrationen in den Ausgaben 3 und 4 von Langstrecke sowie für das Magzin zum SZ-Wirtschaftsgipfel gab es eine Auszeichnung.

Das doppelte Metall für Robert Frank freut um so mehr, weil das eines dieser Projekte war, das mit großem Aufwand komplett neben der Tagesproduktion gestemmt wurde – morgens, abends, spät abends, sehr spät abends und am Wochenende. Die geniale Idee eine Sonderausgabe und zugleich einen Ausstellungskatalog zum Lebenswerk von Robert Frank zu machen hatten der Verleger Robert Steidl und Alex Rühle, Reporter im Feuilleton der SZ. Letzterer schrieb im Streiflicht auf der Titelseite dieser Ausgabe: „… Was freilich zu der Frage führt: warum ein Katalog in Zeitungsform? Warum kein wertvolles Buch in Hochglanz und Tiefdruck, leinengebunden? Stattdessen fliegende Recyclingblätter aus Massenpapierhaltung. Und die streut man dann für 2,60 Euro unters Volk. Das ist ja fast schon Wikimedia-Niveau. Eben drum! Frank wollte, dass jeder seine Bilder sehen und in Form dieser Zeitung mit nach Hause nehmen kann. Apropos benutzen: Würden Sie jemals eine Seite, die Ihnen besonders gut gefällt, aus einem teuren Katalog herausreißen und aufhängen? Wohl kaum. Bei dieser Zeitung bitten wir Sie geradezu darum: Die Panoramaseiten jeder einzelnen Lage zeigen doppelseitige Reprints einiger großartiger Frank-Werke. Extra für Sie! Fleddern Sie diesen Katalog! Verschönern Sie Ihr Leben! Und hängen Sie sich den lieben Gott der Fotografie in die Wohnung!“

 

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Neues Cover für Suhrkamp

Autor: Johannes Erler / Kategorie: Bureau / 9. April 2016

Sowas ist doch immer am Schönsten! Eben erhielt ich folgende SMS nebst Foto: »Lieber Johannes, ich sah das Buch im Vorbeigehen im Regal – und MUSSTE es in die Hand nehmen. Damit war klar: kaufen. Super! Herzlich, Florian«.

Florian Gless war ein Kollege von mir beim stern. Heute ist er Chefredakteur von National Geographic und PM. Danke Florian!

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14/09 Tagebuch einer Genesung

Autor: Johannes Erler / Kategorie: Allgemein / 30. März 2016

Vor einigen Tagen kam das erste Exemplar eines Buches bei uns an, an dem wir über zwei Jahre gearbeitet haben und auf das wir sehr stolz sind. Das Buch heißt »14/09 Tagebuch einer Genesung« und es ist das Buch der Fotografin Natalie Kriwy, die darin ihre Brustkrebserkrankung und ihre Heilung dokumentiert. Dies ist die Geschichte dieses Buches.

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Im Frühjahr 2013 war ich Art Director des stern. Die Titelgeschichte einer Ausgabe im Mai ging über Angelina Jolie, die ihren Brustkrebs und die damit verbundene Mastektomie (also das Entfernen der Brüste) publik gemacht hatte. Jolie ist Trägerin des BRCA1-Gens, das ein wiederholtes Auftauchen der Krebserkrankung ohne Mastektomie höchst wahrscheinlich macht. Und da eine Brustamputation bis heute ein Tabuthema ist, wollte Jolie darauf aufmerksam machen.

Wir arbeiteten also an dieser Titelgeschichte und überlegten, wie wir sie bebildern könnten, als die Lübecker Fotografin Natalie Kriwy zufällig in die Bildredaktion kam (sie hatte einen ganz normalen Mappentermin), die Arbeit der Kollegen aus der Bildredaktion mitbekam und erzählte, dass sie die gleiche Krankheit gerade erfolgreich überstanden und ihre gesamte Krankheitsgeschichte fotografisch begleitet hätte. Ein unglaublicher Glücksfall für uns! Vor allem, weil die Fotos ganz besonders waren. Denn Natalie hatte ihren Krankheits- und Heilungsverlauf nicht nur lückenlos in zahlreichen Selbstportraits dokumentiert (sie hatte sogar während der Operation die Kamera aufgestellt und von einer Helferin bedienen lassen), die Fotos strahlten darüber hinaus einen fast unheimlichen Optimismus aus. Ich war tief beeindruckt.

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Die Bilder erschienen auf sieben Doppelseiten, was ungewöhnlich viel ist in einer Zeit, in der der stern ziemlich dünn geworden ist. Und mich ließen die Bilder, vor allem aber Natalie selbst mit ihrer strahlenden, optimistischen Art nicht wieder los. Zusammen beschlossen wir, aus den Bildern ein Buch zu machen.

Als sich meine Zeit beim stern dem Ende zuneigte (mittlerweile schon Anfang 2014), nahmen wir den Faden wieder auf. Über das gesamte vergangene Jahr waren wir in Kontakt geblieben und hatten erste Ideen zur Machart des Buches ausgetauscht, aber erst jetzt fand sich die Zeit, konkret zu werden.

Gemeinsam mit der Lektorin Isabelle Erler, meiner Frau, suchten wir nach Wegen, in der Umsetzung des Buches möglichst unabhängig zu bleiben. Wir wollten mit der fertigen Idee des Buches an Verlage herantreten, weil wir ahnten, dass dieses Buch nicht leicht unterzubringen sein würde. Denn das Thema war ja nicht einfach, auch wenn Natalie es in ihren Bildern so wunderbar gelöst hatte. Wir wollten das Buch genau so machen, wie wir es im Kopf hatten. Isabelle schlug deshalb vor, nach Sponsoren zu suchen. Eine Sponsorenmappe entstand und wurde an eine Reihe medizinischer Unternehmen verschickt, die in der Krebsforschung und -behandlung tätig sind.

Mittlerweile hatte Natalie uns ihr gesamtes Material gezeigt. Und das waren nicht nur die Selbstportraits, das war auch eine komplette Tagebuchdokumentation inkl. der akribischen Aufzählung sämtlicher Medikamente, die Natalie Tag für Tag zu sich hatte nehmen müssen, und ein weiteres Fotoprojekt, das als Stil-Fotografie alle Gegenstände zeigte, die Natalie aus dieser Zeit aufbewahrt hatte (z.B. Haare und Wimpern, die ihr ausgefallen waren und die sie in Plastiktüten aufbewahrt hatte). Das ganze hatte die Qualität von Konzeptkunst. Eine lückenlose Dokumentation. Natalies Versuch, ihre Krankheit zu begreifen, mit ihr umzugehen und sie zu besiegen. Unsere Hochachtung wuchs.

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Dann fanden wir mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca tatsächlich einen Sponsor, der bereit war, den gesamten von uns kalkulierten Betrag zu bezahlen. Es war wie ein kleines Wunder. Wir konnten mit der Arbeit jetzt wirklich beginnen. Und wir konnten nun nach einem Verlag suchen, dem wir das Buch komplett lektoriert und gestaltet, also druckbereit vor die Tür würden stellen können.

Die Suche nach dem Verlag gestaltete sich trotzdem schwieriger, als angenommen. Offensichtlich scheuten die Fotobuchverlage, die wir fragten, das Risiko, ein so schwieriges Thema zu veröffentlichen. Eine Weile zogen wir deshalb in Betracht, das Buch im Eigenverlag zu publizieren, bis sich der Münchener PRESTEL-Verlag meldete. Wir waren am Ziel! Das Buch würde erscheinen.

In den folgenden Monaten lektorierte Isabelle Natalies Tagebuch und alle anderen Texte. In meinem Büro entstand gemeinsam mit Inga Albers, mit der ich schon die Monografie über Erik Spiekermann gemacht hatte, die Gestaltung. Der Verlag ließ uns freie Hand.

Jetzt ist das Buch da. Ab sofort kann es in jeder Buchhandlung oder direkt über den Verlag bestellt werden.

Große Projekte, die lange dauern, direkt nach ihrer Veröffentlichung qualitativ zu beurteilen, fällt mir als Macher immer sehr schwer. Ich bin dann noch zu nah dran, brauche Abstand, sehe zu viele Details, die mir nicht gefallen. In diesem Fall ist es anders. Das Buch ist toll geworden! Und ich wünsche mir nun, vor allem natürlich für Natalie, dass es möglichst viele Menschen entdecken und kaufen.

Ich möchte mich bedanken bei allen, die mitgemacht haben. Bei Natalie, Isabelle und Inga, bei unseren Sponsoren und beim Verlag, der das Buch wunderschön produziert hat.

Das Thema bleibt schwierig. Noch immer ist die Diagnose Brustkrebs für Betroffene und Angehörige der absolute Horror und leider nicht selten. Und das Buch zeigt, wie es ist. Es beschönigt nichts. Aber diese Geschichte geht gut aus. Und Natalie, diese erstaunliche, zarte und gleichzeitig starke, freundliche, humorvolle Person, zeigt, wie man es schafft, mit Kraft und Würde durch die Krankheit zu gehen. Sie ist ein Vorbild in jeder Beziehung. Und ich bin stolz und glücklich, sie zu kennen.

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Wunderschönste Buchstaben

Autor: Christian Tönsmann / Kategorie: Post aus München / 15. März 2016

Der Buchstabe ist nicht nur die kleinste Informationseinheit einer Zeitung, er ist auch ihre kleinste Gestaltungseinheit – und in diesem besonderen Fall, ihre größte.

Zu lange ist die Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung im toten Winkel der Kreation des Blattes gewesen. Diese Unaufmerksamkeit hat Florian Gmach – der seit einem halben Jahr die Art Direktion der Zeitung unterstützt – erkannt und sich vorgenommen dies zu ändern. Er beauftragte die Grafikerin Daniela Wiesemann, die in Zusammenarbeit mit der Redaktion 16 typografische Illustrationen für die aktuelle Beilage gestaltet hat, die anlässlich der Leipziger Buchmesse heute erscheint.

Daniela Wiesemann ist freie Art Direktorin, hat für die Magazine Stern, Focus und Nido sowie für die Agentur Herburg Weiland gearbeitet. Sehr schön ist auch ihre Website www.hildecard.de, auf der sie Namen typografisch gestaltet.

Die digitale Ausgabe der Literaturbeilage gibt es hier zeitung.sueddeutsche.de/webapp/access/sa/sa-2016-03-15


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